SeelenPoesie

In meinem Blog „SeelenPoesie“ findest du Gedichte über das Leben, Liebe, Traurigkeit und Schmerz und das Erwachen der Seele… lass dich berühren und inspirieren…wenn du gerne alle neu veröffentlichten Gedichte per mail bekommen möchtest, dann abonniere gerne meinen Newsletter.

Küsse

 

Und plötzlich sind da deine Lippen
auf meinen, forschend, bittend, warm
umschließen sie mich grenzenlos und gänzlich.
Ich möchte sprechen, möchte nicken,
dich meine Antwort wissen lassen.
In deinen Augen sehe ich, in deinen Blicken,
dass du sie bereits kennst und weißt.

Mit jeder neuen Welle aus Begehren,
will mich das Leben, im Berühren deines Mundes,
Grenzen spüren lehren.
Also öffne ich den meinen, lasse deine Zunge ein,
und schmecke, köstlich süß und wild zugleich,
dein Innerstes in mir.
Es lädt mich ein, zu bleiben, zu verweilen.

Ich fühle lauschend, höre zu,
was deine Lippen ohne Worte sagen,
und ich verstehe blind ihr Drängen und ihr Fragen,
das nie ein Vers je formen könnte.

Und in mir ruft es klar,
im Stillen, deutlich hörbar: „Ja! Tritt ein
und überschreite meine Grenzen,
damit ich endlich fließen kann…!“

Dann, leise flüsternd, öffnet sich
die Pforte meines innren Gartens.
Ich wende mich dir dankbar zu
und hebe mein Hand zum Abschied.
Bis wir uns wiedersehen, wieder küssen,
will ich hier mit mir selber sein.

Alma

Der erste Schnee

Der erste Schnee

Auf bunte Blätter fällt der erste Schnee,
und lädt die Welt zum rasten ein.
Mein Herz fühlt noch das Bad im See,
hält inne – und ich atme ein,
um jetzt bei ihm zu sein.

Die Tannen, fein gekrönt vom Weiß,
entfalten ihre königliche Pracht
und Ruhe kehrt in mein Gemüt und leis‘
berührt mich, feierlich und sacht,
der Zauber dieser Winternacht.

Sie flüstert: „…es ist Zeit, dich anzusehen,
all das gelebte Körperfunkeln, Tanzen, Seelenschwingen,
im Innehalten auszuruhen, zu betrachten, zu verstehen…“
Im Stillen lausche ich in mir dem wunderschönen Klingen,
lerne, berührt von heißen Tränen, mein eignes Seelenlied zu singen.

 

Eigen-Sinn

Eigen-Sinn

Ich habe mir ein Kleid gewählt,
gewebt aus feinstem Eigen-Sinn.
Es lebt von meiner Würde,
aus all den Fäden, die ich bin,

Aufrichtigkeit, kräftig und rein,
hält alles gut zusammen,
verschleiert nichts, macht sich nicht klein
und muss um nichts mehr bangen.

Darin verschlungen, silbern, klar,
der Faden meiner Ehrlichkeit,
mal heilsam und mal unbequem,
alles zu sein, zu zeigen, ist sie jederzeit bereit.

Daran geknüpft und kaum zu sehen,
mein Widerstand, der Unbeugsame,
sagt “Nein!“ und ich kann mich verstehen,
und nehme mich in meine Arme.

Dazwischen schillern hundert kleine Fäden
aus Feinsinn, Lebenslust und Wonne,
jeder ist eine eigne Welt in sich,
einladend glitzernd in der Sonne.

Gefüttert ist mein Kleid mit blauer Seelenruhe,
die mich begleitet, wärmt und führt,
Geborgenheit und Liebe schenkt
und meine Tiefe sanft berührt.

So wandle ich in mich gehüllt
zwischen Momenten hier und dort,
bin gerne ich und still erfüllt,
mit mir, mit dir, an jedem Ort.

Alma

Nehmen & Geben

 

Es gibt kein „Nein“ und auch kein „Ja“,
mein Blick schweift über weites Liebes-Land…
…das, was ich bin, ist schon so lange da,
das, was ich nehme, liegt nur kurz auf meiner Hand…

Wovon, aus welcher Quelle, nehme ich?
Wohin, in welche Hände, gebe ich?
Ist nicht die Liebe für uns alle da, unendlich?
Und darf nicht jeder soviel nehmen, wie er braucht für sich?
Das Spiel von nehmen, geben, teilen, raffen, schenken,
dient es nicht nur, uns von uns selber abzulenken?
Um nicht zu fühlen, dass ich mir die Fülle niemals gönne,
und zu glauben, dass die Erlaubnis eines anderen das könne?

Wenn ich mir wert bin, mich selber zu beschenken,
und mir nicht selber neue Grenzen auszudenken,
und ich mir stets zu nehmen wage,
was mir das pralle Herz des Universums täglich zeigt,
wie kann ich jemals wieder sagen,
„Ich kann dir helfen, kann dir geben…!“, denn in mir steigt
Gewissheit auf:

Was ich nicht hab, kann ich nicht geben,
nur was ich bin, das kann ich leben!
Jeder ist frei, sein Herz zu öffnen, zu empfangen,
wer das nicht will, der wird stets mehr und mehr verlangen,
von dem, was ich nicht geben kann.

Ich kann nur da sein, wenn ein Herz sich öffnen will
und es willkommen heißen.

Alma

Stiller Waldgesang

Im Meer aus tausend Farben
verblassen meine Narben,
schau ich mich an,
seh ich die Gaben
unter meiner dünnen Haut…

Im Fluss aus Zeit,
verblasst mein Kleid,
ich streif es ab
und bin bereit
mich so, wie Gott mich schuf, zu zeigen…

Der spiegelglatte Blick des Sees
zeigt alles klar und rein, ich steh‘
im stillen Waldgesang und spür‘,
wie wohl ich selbst mir selber tu und seh,
wie wahr ich bin…

Alma

Kind der Sonne

Kind der Sonne

…was ist wahr und was gelogen?
Folge ich der Frage, reißt es mich entzwei…
Ich lasse mich verführen, stürz mich in die Wogen,
in einen Strudel, in dem alles sich vereint…

…er zieht mich tief ins Herz der Schöpfung,
hin zum Moment der reinen Lust,
zu werden, als ein Teil der Wandlung,
bejaht, bereit und absichtslos…

…und seit Jahrtausenden reift in mir die Erkenntnis:
dass diese Lust, mich zu erschaffen voller Wonne,
mein immanenter Kern aus Licht und Liebe ist,
in dem ich immer bleibe, was ich bin:
ein Kind der Sonne…

Alma©

 

…ich bin gewandert bis ans Meer…

…ich bin gewandert bis ans Meer,

bis ans Ufer meiner Seele,

im feuchten Sand, die Füße schwer,

fragst du mich, warum ich das wähle…

…ich rief mich selbst während ich schlief,

die lichte Weite zog mich an,

und tauchen wollte ich, ganz tief,

wo mich die Angst nicht länger finden kann…

…ich wollte sehen, wo das denken endet,

und spüren, wie mein Herz mich führt,

erleben, wie mein Blick sich wendet,

und meine Liebe mich berührt…

…mich trugen meine bloßen Füße

hierher ans Meer,

wo ich still fließe…

…in mir ist alles weit und leer…

Alma©